Kinderlachen erhellt den Raum der katholischen St. Jakobuskirche in Leutenbach. Zahlreiche Familien sind zu einem ganz besonderen Gottesdienst gekommen. Vor dem Altar steht eine Schatzkiste aus dunklem Holz. Was mag wohl darin sein? Das fragen sich in diesem Moment viele der jungen und auch die älteren Gottesdienstbesucher.
Eingeladen hatte das Taufkatechesen-Team der Seelsorgeeinheit zu einem Tauferinnerungsgottesdienst für Kinder, die in den vergangenen fünf Jahren in den drei Kirchengemeinden Winnenden mit Berglen, Leutenbach und Schwaikheim mit Bittenfeld getauft worden sind. Die zentrale Botschaft des Gottesdienstes: Jeder Mensch ist ein Unikat und unendlich wertvoll.
In ihrer Predigt betont Dietlinde Kern vom Taufkatechesen-Team den unschätzbaren Wert jedes Menschen in Gottes Augen: „Gott ruft uns bei unserem ganz eigenen Namen, denn wir sind für ihn etwas ganz Besonderes und kostbar.“ Kostbar komme von Kosten – alles, was teuer ist, ist für uns wertvoll.
Auch unseren Mitmenschen können wir auf verschiedene Weise zeigen, wie viel sie uns bedeuten, sagt Sigrid Schorn, ebenfalls im Taufkatechesen-Team. Symbolisch nehmen zwei Ministrantinnen bunte Zettel aus der „Schatztruhe“, auf denen solche Möglichkeiten notiert sind, und lesen sie vor. Die Gemeinde ergänzte die Ideensammlung tatkräftig: Wir können anderen Vertrauen und Geduld schenken, einander zuhören oder Zeit verbringen – sei es zum Erzählen, Vorlesen oder Spielen. Auch ein gemeinsamer Ausflug in die Natur, füreinander zu musizieren, zu kochen oder praktische Hilfe im Alltag gehören dazu. Ja, selbst einen anderen Menschen erst einmal bewusst wahrzunehmen, zeigt ihm: Du bist mir nicht egal.
Gleichzeitig begehen katholische Gemeinden an diesem Sonntag den Caritas-Sonntag mit dem diesjährigen Motto: „Zusammen geht was. Caritas verbindet Generationen.“ Die Kollekte ist zu 50 Prozent für die Arbeit der Caritas in der Region und zu 50 Prozent für die Arbeit des lokalen Caritaskreises in Leutenbach bestimmt. Bei einem kleinen Grillfest mit gemütlichem Beisammensein nach dem Gottesdienst ergibt sich die Chance, den anderen kennenzulernen und einander zuzuhören. Man setzt sich immer wieder auch mal um, um mit anderen Menschen in Begegnung zu kommen. Kinder toben auf dem Pfarrhof herum. In der Interaktion miteinander wird erfahrbar: In der Gemeinschaft mit anderen zusammen kann ich mich wertvoll fühlen und: Ich kann den Wert meines Nächsten erkennen.
Kevin O´Brien